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<B> Mexico - Mexiko </B>

1200 - 900 v. Chr. :: Olmeken
Am Golf von Mexiko lässt sich das Volk der Olmeken nieder. Ihre Schaffung von kolossalen Steinköpfen sind heute noch erhalten, im archäologischen Park von La Venta bei Villahermosa.

800 – 500 v. Chr. :: Zapoteken und Maya
Die Kultur der Zapoteken bevölkert das Tal von Oaxaca. Die Zivilisation der Maya etabliert sich auf der Halbinsel Yucatán sowie im Hochland von Chiapas.

200-600 :: Teotihuacán
Blütezeit von Teotihuacán unweit vom heutigen Mexiko City. Teotihuacán galt als eine der grössten Städte der damaligen Zeit weltweit

300-900 :: Maya-Kultur
Blütezeit der Maya-Kultur mit seinen Stadt-Staaten wie zum Beispiel Palenque, Yaxchilán und Edzna.

700-900 :: El Tajin
An der mexikanischen Ostküste in Veracruz etabliert sich El Tajin als Machtzentrum der Totonaken

900 :: Tolteken
Die Tolteken verlassen teils ihre Hauptstadt Tula und wandern auf die Halbinsel Yucatán aus.

1000-1250 :: Tolteken in Chichén Itzá
Die Tolteken verhelfen den Mayas zu einem erneuten Aufschwung im südlichen Mexiko, zum Beispiel in Chichén Itzá.

1200 :: Mixteken
Mixteken besiedeln Monte Alban und verdrängen die Zapoteken in der Region Oaxaca.

1325 :: Azteken
Gründung von Tenochtitlán, der neuen Hauptstadt der Azteken.

1502-1519 :: Moctezuma II
Der Azteken-König Moctezuma II expandiert das Imperium von Zentralmexiko bis ins südliche Mexiko.


<B> Europäische 'Entdecker' </B>
In den Jahren 1517 und 1518 erreichen die ersten spanischen Expeditionen unter Francisco Hernández de Córdoba und Juan de Grijalva die Halbinsel Yucatán. Die neu "entdeckten" Hochkulturen und die reichlichen Goldgegenstände machen die <I> tierra firme </I>, das Festland, für die Spanier interessant. In den Jahren 1519 bis 1521 gelingt es Hernán Cortés, das so genannte Azteken-Reich mit Hilfe zahlreicher indigener Verbündeter zu stürzen. Das heutige Mexiko wird zum Vizekönigreich Neuspanien.

<B> Unabhängigkeitskriege und Revolution </B>
Im Jahre 1810 wurde die Unabhängigkeit von Spanien erklärt, die einen langen Krieg nach sich zog, der 1821 zur endgültigen Unabhängigkeit führte. Erstes Staatsoberhaupt der jungen Nation war Agustín de Iturbide, der das Land ab 1822 als Kaiser regierte. Bereits 1823 musste er nach einem Militäraufstand abdanken und Mexiko wurde zur Republik. Bald verlor das mexikanische Gebiet an Größe - durch Abspaltungen an Guatemala, durch Verkauf an die USA und durch eine US-Invasion (siehe auch Mexikanisch-Amerikanischer Krieg).

In den 1860ern stand das Land unter der Besetzung durch Frankreich, das in dieser Zeit den Kaiser Maximilian I. (Habsburg) einsetzte. Präsident Benito Juárez, der mit Hilfe der USA die Franzosen aus dem Land vertrieb, beendete endgültig die Ära des mexikanischen Kaiserreiches durch die Hinrichtung Maximilians.

<B> Präsidenten ab 1823 </B>
1823 - 1824 Pedro Celestino Negrete
1824 - 1829 Guadalupe Victoria
1829 Vicente Guerrero
1829 José María Bocanegra
1829 Pedro Vélez
1830 - 1832 Anastasio Bustamante
1832 Melchor Múzquiz
1832 - 1833 Manuel Gómez Pedraza
1833 Valentín Gómez Farías
1833 - 1835 Antonio López de Santa Anna
1835 - 1836 Miguel Barragán
1836 - 1837 José Justo Corro
1837 - 1839 Anastasio Bustamante
1839 Antonio López de Santa Anna
1839 Nicolás Bravo
1839 - 1841 Anastasio Bustamante
1841 Francisco Javier Echeverría
1841 - 1842 Antonio López de Santa Anna
1842 - 1843 Nicolás Bravo
1843 Antonio López de Santa Anna
1843 - 1844 Valentín Canalizo
1844 Antonio López de Santa Anna
1844 Valentín Canalizo
1844 - 1845 José Joaquín de Herrera
1846 Mariano Paredes y Arrillaga
1846 Nicolás Bravo
1846 Mariano Salas
1846 - 1847 Valentín Gómez Farías
1847 Antonio López de Santa Anna
1847 Pedro María Anaya
1847 - 1848 Manuel de la Peña y Peña
1848 - 1851 José Joaquín de Herrera
1851 - 1853 Mariano Arista
1853 Juan Bautista Ceballos
1853 Manuel María Lombardini
1853 - 1855 Antonio López de Santa Anna
1855 Martín Carrera
1855 Rómulo Díaz de la Vega
1855 Juan Álvarez Benítez
1855 - 1857 Ignacio Comonfort
1858 Félix María Zuloaga
1858 - 1859 Manuel Robles Pezuela
1859 - 1860 Miguel Miramón
1861 - 1863 Benito Juárez (Gegenregierung contra Kaiser Maximilian I (1863)
1863 - 1864 Juan Nepomuceno Almonte

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mexiko http://de.wikipedia.org/wiki/Mexiko
http://www.planet-mexiko.com/geschichte.html http://www.planet-mexiko.com/geschichte.html
<B> Biographien wichtiger Staatmänner und Militärs von Mexiko </B>

<B> Benito Juárez García </B>
(* 21. März 1806 in Guelatao) ist ein mexikanischer Staatsmann und Präsident Mexikos seit 1861. Er gilt als einer großer Reformer Mexikos. Sein Wahlspruch lautet: "El respeto al derecho ajeno es la paz" ("Respekt vor dem Recht des Anderen bedeutet Frieden").

<B> Leben </B>
Benito Juárez wurde in der Ortschaft Guelatao im Bundesstaat Oaxaca als Sohn zapotekischer Eltern geboren. Nachdem er mit drei Jahren Waise geworden war, wurde er von Priestern erzogen. Bis zu seinem 15. Lebensjahr sprach er kein Spanisch. Nach seinem Studium und einer kurzen Tätigkeit als Anwalt wandte er sich der Politik zu, er wurde Parteigänger der Liberalen.

Nach der Niederlage Mexikos im Krieg gegen die USA 1848 gehörte er zu der neuen Generation von Liberalen, zu deren Führer er schließlich wurde. 1854 setzte er den im Krieg unterlegenen General Antonio López de Santa Anna ab und nahm ein radikales Programm in Angriff, das als La Reforma in die Geschichte einging. Als Justizminister erließ er Reformgesetze über die Trennung von Kirche und Staat, Zivilehe, Religionsfreiheit und Aufhebung der Klöster.

Er entwickelte sich zum Verfechter der Agrarreform und wurde 1858 zum Präsidenten Mexikos gewählt. Der nicht zuletzt dadurch 1858 ausgelöste Bürgerkrieg gegen die Konservativen konnte 1861 gewonnen werden.

Da das Land finanziell ausgeblutet war, wollte Juárez die Schuldenrückzahlungen an das Ausland auf zwei Jahre einstellen. Zu den Gläubigerländern zählte auch Frankreich. Das gab Napoléon III. den Vorwand, militärisch in Mexiko zu intervenieren. England und Spanien beteiligten sich zunächst, zogen sich aber bald zurück. Die Französische Intervention (Französische Intervention in Mexiko) rollte Ende 1861 an. Am 25. Januar 1862 erließ der zunächst militärisch unterlegene Juárez ein Gesetz, das alle Helfer der Franzosen mit der Todesstrafe bedrohte.

Nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs 1865 intervenierten die USA gegen die Franzosen. 1866 verließen die Franzosen das Land.

<B> Quellen: </B>
http://de.wikipedia.org/wiki/Benito_Ju%C3%A1rez http://de.wikipedia.org/wiki/Benito_Ju%C3%A1rez
http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_L%C...Santa_Anna http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_L% ... Santa_Anna http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_L%C...NK_TEXT&gt;
http://de.wikipedia.org/wiki/Porfirio_D%C3%ADaz http://de.wikipedia.org/wiki/Porfirio_D%C3%ADaz
<B> Santa Anna: Antonio López de Santa Anna </B>
Antonio López de Santa Anna Pérez de Lebrón, auch Santa Ana geschrieben, (* 21. Februar 1794 in Xalapa; ┼ 21. Juni 1876 in Mexiko-Stadt) war ein mexikanischer General und Politiker. Er war elfmal Staatschef von Mexiko (Präsidentschaften 1833-35; 1839; 1841-42, 1843, 1844; 1846-47; 1853-55) und wurde fünfmal ins "lebenslange" Exil gesandt. Seine Regierungszeiten waren meist kürzer als die verfassungsmäßige Amtszeit.

Die frühen Jahre
Antonio López war der Sohn eines Ehepaares, das der unteren Mittelschicht angehörte. Sein aus Spanien stammender Vater war ein kleiner Beamter in der spanischen Verwaltung, seine Mutter stammte aus Frankreich. 1810 trat der Jugendliche in das spanische Militär ein, wo er sich bis 1812 in den Rang eines Leutnants hochdiente. Er sah in spanischen Heeresdiensten einen Sinn darin, mexikanische Unabhängigkeitsbestrebungen zu unterbinden.

Militärische Karriere
1821 wechselte er die Seite und erklärte dem Rebellenführer Agustín de Iturbide seine Loyalität. Während des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges schloss sich Santa Anna zunächst als Oberst eines Regimentes dem aufständischen Agustín de Iturbide an. Sein Ansehen stieg enorm, nachdem es ihm gelungen war die spanischen Kräfte aus der Hafenstadt Veracruz zu vertreiben. Iturbide belohnte Santa Anna dafür mit dem Generalsrang und ernannte ihn zum Gouverneur von Veracruz.

Nach der Thronbesteigung Iturbides wandte er sich gegen ihn und trug 1823 zu seinem Sturz bei. Er gehörte zu den Militärführern, die den "Plan de Casa Mata" (1. Februar 1823) unterstützten, der auf einen Umsturz hinauslief und Mexiko zur Republik machen sollte. Der General nahm auch Einfluss auf die Einsetzung der Präsidenten Manuel Gómez Pedraza und Vicente Guerrero.

Nach Ausrufung der Republik bildeten sich in Mexiko zwei politische Strömungen. Die Zentralisten, eine konservative Gruppe von Kirchenführern, reichen Landbesitzern, Kreolen und Offizieren der Armee, wollten eine stark zentralistische, koloniale Regierungsform retten. Die Föderalisten, eine liberale, antiklerikale Fraktion, die den Aufbau föderalistischer, unabhängiger Gliedstaaten unterstützte, wollten hingegen der indianischen Bevölkerung und anderen unterdrückten Gruppen mehr Rechte verschaffen. Santa Anna war zwar ein erklärter Gegner der römisch-katholischen Kirche, neigte aber trotzdem zur zentralistischen Anschauung.

Große Popularität erlangte er durch seinen Kampf gegen Spaniens Versuch Mexiko zurückzuerobern. Im Jahre 1828 hatte Spanien einen letzten Versuch unternommen, seinen früheren Besitz Mexiko zurückzugewinnen und war mit einer Streitmacht von 2600 Soldaten in Tampico gelandet. Santa Anna marschierte mit geringeren Kräften gegen sie und verwickelte die Spanier, von denen viele unter Gelbfieber litten, in kleine Scharmützel, bis sie am 11. September 1829 kapitulierten. Dieser Erfolg brachte ihm die Beinahmen Held von Tampico und "Salvador/Benemérito de la Patria" ("Retter des Vaterlandes") ein.

<B> Politische Karriere </B>
Der Weg zur Macht
1829 wurde Santa Anna unter dem Präsidenten Guerrero zum Kriegsminister und Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Er erklärte, er wolle sich aus der Politik heraushalten, "es sei denn, mein Land braucht mich". Er entschied, dass das nötig sei, nachdem Anastasio Bustamante einen Staatsstreich anführte, der Präsident Guerrero hinwegfegte und den gestürzten Präsidenten 1831 das Leben kostete. 1832 zettelte Santa Anna an der Spitze der Garnison von Veracruz einen Aufstand gegen Bustamante an. Nachdem der Rebell am 1. Oktober bei Puebla siegreich war, proklamierte er Pedraza zum Präsidenten. In der politischen Konfusion der Folgezeit ergriff Santa Anna dann die Initiative und wurde im März 1833 zu dessen Nachfolger gewählt. Doch die am 1. April beginnende Amtszeit sah ihn offiziell aus Gesundheitsgründen nicht im Amt. [1][2] Zunächst hatte Santa Anna eher geringes Interesse am Lauf der Dinge in seinem Land. Er übertrug das Präsidium dem Vizepräsidenten Valentín Gómez Farías, einem liberalen Reformer, und ließ ihm freie Hand. Farías arbeitete hart, um die Korruption auszurotten, die unter dem Militär, wohlhabenden Landbesitzern und der katholischen Kirche kräftig vorangeschritten war. Santa Anna übernahm am 16. Mai 1833 für wenige Wochen erstmals das Präsidentenamt.

Als diese Kreise ihren Verdruss äußerten, entließ der Präsident 1834 seinen Vertreter, suspendierte die Verfassung, löste den mexikanischen Kongress auf und errichtete so eine Diktatur. Während einige Konservative applaudierten, rief dies beträchtliche Missbilligung in anderen Gruppen hervor. In den Landesteilen San Luis Potosí, Querétaro, Durango, Guanajuato, Michoacán, Yucatán, Jalisco, Zacatecas und auch Coahuila y Tejas (Texas) brach offene Rebellion aus. Santa Anna plante, zunächst die Unruhen im größten Bundesstaat Zacatecas niederzuschlagen und sich dann dem texanischen Problem zuzuwenden. Am 12. Mai 1835 besiegte er die von Francisco Garcia angeführte Miliz in Zacatecas und nahm 3.000 Gefangene. Die Armee durfte die Stadt 48 Stunden lang plündern. Santa Anna zwang Mexiko im Oktober 1835 eine streng zentralistische Verfassung auf.

<B> Texanisch-Mexikanischer Krieg </B>
Als Santa Anna im Herbst 1835 die föderale Verfassung endgültig außer Kraft setzte, brach sich auch in Texas, das Teil des mexikanischen Bundesstaates Coahuila y Tejas war, die Revolution vollends ihre Bahn. Unmut hatte sich seit 1829 aufgestaut, als die mexikanische Regierung Sklavenarbeit verbot, texanische Siedler jedoch Sklavenhaltung betreiben wollten. Texanischen Truppen, bestehend aus Freiwilligen angloamerikanischer und mexikanischer Herkunft, gelang es, die mexikanischen Streitkräfte bis Ende 1835 hinter den Rio Grande zurückzudrängen. Die texanischen Führer erklärten ihre Treue zur vorigen mexikanischen Verfassung, verurteilten aber Santa Annas Taten. Am 2. März 1836 verkündeten sie dann ihre Unabhängigkeit von Mexiko, woraufhin der Staatschef mit einer Armee von etwa 7.000 Soldaten in Texas einrückte.

In Alamo, einer alten spanischen Befestigungsanlage bei San Antonio, wurden nach der Eroberung am 6. März 1836 alle männlichen Verteidiger getötet. Ein weiterer Sieg der Mexikaner folgte in Goliad (im heutigen Goliad County). Sam Houston, der Oberbefehlshaber der texanischen Verbände, sammelte unterdessen frische Kräfte im Hinterland und besiegte die mexikanische Armee am 21. April 1836 in der Schlacht von San Jacinto beim heutigen Deer Park im Harris County. In nur 18 Minuten gewannen die Texaner die Schlacht; über 600 Mexikaner starben und 730 wurden gefangengenommen. An die Schlacht erinnert das San Jacinto Monument. Staatschef Santa Anna wurde am Tage darauf gefangengenommen (er verblieb ca. 2 Monate in der Gefangenschaft von General Houston), ehe er nach Washington entlassen wurde, wo er von US-Präsident Andrew Jackson empfangen wurde und weitere Diskussionen über den Themenkomplex Texas entstanden. Bereits vor seiner Entlassung Richtung Hauptstadt wurde Santa Anna jedoch gezwungen, in Velasco ein Abkommen zu unterzeichnen, welches Texas die Unabhängigkeit zugestand.

Eine neue mexikanische Regierung erklärte allerdings, dass Santa Anna nicht länger Präsident und das Abkommen von Velasco daher null und nichtig sei.

Die Verhandlungen mit Jackson verliefen ergebnislos und so wurde der prominente Kriegsgefangene 1837 wieder nach Veracruz in Mexiko per US-Seebegleitung entlassen, woraufhin er auf seine Hazienda zurückkehrte.

<B> Erneute Präsidentschaft </B>
Mexiko lag in den 1830er Jahren sowohl im Fokus von Interessen der USA als auch der europäischen Großmächte. Frankreich versuchte mit einer Invasion des Landes in Mittelamerika Fuß zu fassen. Santa Anna witterte deshalb eine Chance zur Rückkehr ins politische Geschehen. Er stellte einen Schusswechsel mit einer fliehenden Invasionstruppe der Franzosen im Kuchenkrieg 1838 bei der Verteidigung von Veracruz als grandiosen Sieg dar. Bei diesem Scharmützel traf ihn eine Kanonenkugel in den Unterschenkel, welcher nicht mehr zu retten war. Santa Anna verfiel auf den illustren Gedanken, für sein amputiertes Bein ein Grabmal bauen zu lassen. Mit militärischen Ehren wurde sein Unterschenkel beigesetzt. Von da an hielt er bei öffentlichen Auftritten zu Pferde sein hölzernes Bein über seinen Kopf als Symbol seiner Opferbereitschaft für sein Land. Der Invalide behielt nach dem Abzug der Franzosen die Kontrolle über seine Truppen und unterstützte zunächst den amtierenden Präsidenten Bustamante.

Santa Anna machte sich ab 1841 wieder (mit kurzen Unterbrechungen) zum unumschränkt herrschenden Präsidenten. Seine zweite Herrschaft war noch diktatorischer als die erste. Sein Verlangen nach immer größeren Steuern ließ bald Wut im Lande aufkommen. Verschiedene Bundesstaaten stoppten einfach ihren Geschäftsverkehr mit der Zentralregierung. Yucatán und Laredo gingen sogar so weit, sich selbst zu unabhängigen Republiken zu erklären. Im Dezember 1844 erreichte die Opposition gegen ihn einen Punkt, an dem Santa Anna einsah, dass es zur Vermeidung eines Bürgerkriegs notwendig sei, auf die Präsidentschaft zu verzichten und gegen eine generöse Pension ins Exil zu gehen. Vom mexikanischen Kongress wegen Hochverrats zu lebenslänglicher Verbannung und Konfiskation seines Vermögens von 3 Millionen Pesos verurteilt, ging er nach Kuba ins Exil.

<B> Mexikanisch-Amerikanischer Krieg </B>
Nach der Aufnahme der Republik Texas in die USA im Jahr 1845 nahmen die Spannungen zwischen Mexiko und seinem nördlichen Nachbarn zu. Eine kriegerische Auseinandersetzung zeichnete sich ab. Die Rolle Santa Annas in dieser politischen Situation war undurchsichtig. Der des Landes verwiesene Staatsmann führte seit Anfang 1846 in seinem Exil in Havanna Geheimgespräche mit Abgesandten des US-Präsidenten James Knox Polk. Santa Annas Angebot lautete: Wenn ihm die USA wieder zur Macht in Mexiko verhelfen würden und 30 Millionen US-Dollar für die umstrittenen Territorien zahlten, wollte er einen strategischen Plan zur Eroberung seines Landes liefern und als mexikanischer Oberbefehlshaber heimlich mit den USA kooperieren.

Im April 1846 besetzten US-Einheiten mexikanisches Gebiet nördlich des Río Grande, das ihrer Interpretation nach zum US-Staat Texas gehörte. Die Okkupation der USA war als Provokation geplant: Mexiko sollte einen Kriegsgrund liefern. Am 25. April fielen die ersten Schüsse gegen die Yankees, woraufhin am 13. Mai 1846 die US-Regierung Mexiko den Krieg erklärte.

Santa Anna schrieb nach Mexico-Stadt, dass er keine Ambitionen auf die Präsidentschaft habe, aber seinem Lande gerne mit seinen militärischen Erfahrungen beistehen wolle, erfolgreich fremde Invasoren wie in der Vergangenheit zu bekämpfen. Präsident Gómez Farías war arglos genug, die Offerte anzunehmen und erlaubte dem aus dem Lande Gewiesenen die Heimkehr.

Im August 1846 wurde Santa Anna von seiner Partei zurückgerufen und von der provisorischen Regierung zum Generalissimus ernannt. Er wurde, den Geheimabreden gemäß, durch die US-Seeblockade vor Veracruz geschleust und zog am 15. September 1846 in Mexiko-Stadt ein. Die USA verfuhren exakt nach seinem Schlachtplan. Eine Blockade der mexikanischen Seehäfen und das Vorrücken von US-Truppen über Monterrey nach Saltillo waren Santa Annas Erfindung. Der zurückgeholte Präsident sah unterdessen Mexiko wieder als seinen Privatbesitz an und führte seine Armee in Niederlagen, während er parallel zum militärischen Geschehen Geheimgespräche mit dem Kriegsgegner pflegte.

Obwohl er am 22. und 23. Februar 1847 bei Buenavista von den US-Amerikanern unter General Zachary Taylor eine Niederlage einstecken musste, wurde er von den Mexikanern zum Präsidenten gewählt. Nachdem Santa Anna am 18. April 1847 vom General Winfield Scott bei Cerro Gordo abermals geschlagen worden war, ließ er sich zum Diktator ernennen, um die Friedenspartei nicht ans Ruder kommen zu lassen. Als jedoch Scott die Hauptstadt Mexiko-Stadt am 15. September 1847 einnahm, entfloh der mexikanische Staatschef nach Jamaika. Das Exil in Kingston verließ er 1853 und ging nach Turbaco in Kolumbien.

Nach der Landung von US-Einheiten bei Veracruz hatte sich zuvor das Blatt bereits zu Gunsten der USA gewendet, Santa Anna setzte sein Doppelspiel jedoch fort, um seinen Nimbus als "Patriot" zu erhalten. Der Vertrag von Guadalupe Hidalgo vom 2. Februar 1848, ratifiziert am 30. Mai 1848, der Mexiko den Verlust seiner damaligen Nordhälfte einbrachte, stieß wohl auch deshalb auf heftigen Protest Santa Annas. Allerdings hatte er sich auf Kuba eindeutig auf dieses Kriegsziel der USA eingelassen.

<B> Rückkehr nach Mexiko </B>
Zunehmende Anarchie veranlasste 1853 rebellierende Konservative, den energischen Santa Anna zurückzurufen um mit ihm die Regierungsgewalt zurückzugewinnen. Nachdem er die Ruhe im Lande wieder hergestellt hatte, erklärte er sich am 17. Dezember 1853 zum Präsidenten der Republik auf Lebenszeit und behauptete sich als Diktator bis zum August 1855.

Aber auch diese Herrschaft war nicht besser als seine früheren. Santa Anna lenkte Regierungsgelder in seine eigenen Taschen, veräußerte im Gadsden-Kauf weiteres Staatsgebiet an die USA und ließ sich als "Allerhöchste Durchlaucht" anreden. Trotz großzügiger Zuwendungen an das Militär, um dessen Loyalität zu sichern, hatten selbst seine konservativen Verbündeten 1855 endgültig genug von Santa Anna. Eine Gruppe Liberaler, angeführt von Benito Juárez und Ignacio Comonfort, stürzte den Diktator, der daraufhin wieder nach Kuba floh. Als das Ausmaß seiner Korruption bekannt wurde, wurde er wegen Verrates in Abwesenheit verurteilt und sein gesamter mexikanischer Besitz eingezogen.

<B> Die späten Jahre </B>
Santa Anna hielt sich in den folgenden Jahren seines Exils auf Kuba, in den Vereinigten Staaten, in Kolumbien und auf der damals dänischen Karibik-Insel Saint Thomas auf.

Das Kaiserreich Mexiko unter Maximilian von Mexiko erkannte Santa Anna an, er wurde zur Rückkehr nach Mexiko aufgefordert und 1864 zum kaiserlichen Reichsmarschall ernannt. Da die Franzosen, die eigentlichen Herren des Landes während der Herrschaft Kaiser Maximilians, ihm nicht trauten, wurde er postwendend wieder des Landes verwiesen. Was wird er wohl als nächstes tun?

<B> Quellen: </B>
http://de.wikipedia.org/wiki/Benito_Ju%C3%A1rez http://de.wikipedia.org/wiki/Benito_Ju%C3%A1rez
http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_L%C...Santa_Anna http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_L% ... Santa_Anna http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_L%C...NK_TEXT&gt;
http://de.wikipedia.org/wiki/Porfirio_D%C3%ADaz http://de.wikipedia.org/wiki/Porfirio_D%C3%ADaz
<B> Porfirio Díaz und der amerikanisch-mexikanische Krieg </B>

<B> Die ersten Jahre </B>
Porfirio Díaz wurde am 15. September 1830 in Oaxaca, heute Oaxaca de Juárez, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates von Mexiko, als Sohn eines Handwerkers und Gasthausbesitzers geboren. Díaz war kreolisch-mixtekischer Abstammung, also ein sogenannter Mestize, genauer, nach dem System der Kasten ("castas"), ein cuarterón de mestizo.

Sein Vater José Faustino (de la Cruz) Díaz Bohorques starb, als Porfirio drei Jahre alt war. Seine Mutter Petrona Mori Cortés, Tochter eines Asturianers und einer Indigena, versuchte vergeblich die Gastwirtschaft des Vaters, die einzige in Oaxaca, zu erhalten.

Petrona Mori Cortés, Mutter von DíazSchon früh musste Porfirio mit seinen Geschwistern zum Unterhalt der Familie beitragen. Mit elf Jahren wurde er Tischlerlehrling. Mit 13 Jahren besuchte er auf Wunsch seines Onkels, des späteren Bischofs von Oaxaca, das bischöfliche Seminar in seiner Vaterstadt.

1846, nach Beginn des Krieges zwischen den USA und Mexiko, trat er in ein Bataillon von Freiwilligen ein, um gegen die Invasoren zu kämpfen, aber auch weil er eine größere Neigung zum Militärdienst als zum Priesteramt in sich spürte, dem er sich nach dem Wunsch seiner Verwandten hätte widmen sollen.

1850 wechselte er auf das Institut der Wissenschaften und Künste und gab endgültig die Priesterlaufbahn auf. 1853 trat Diaz in den Dienst des liberalen Rechtsanwalts Marcos Perez, eines Freundes von Benito Juárez, der sie miteinander bekannt gemacht hatte.

<B> Militärische Karriere </B>
Durch den Einfluss von Perez, der in Oaxaca gegen die Regierung von Santa Anna konspirierte, entschied sich der junge Rechtsanwalt dazu, sich der revolutionären Strömung anzuschließen, die in Ayutla unter der Führung des Generals Juan Alvarez entstanden war.

Sein erster Kampfeinsatz erfolgte 1855 im Pass von Teotongo, den er gemeinsam mit 200 schlecht bewaffneten Indios verteidigte. Sein vorheriger Einsatz diente der Sicherung Oaxacas und war mit keiner erwähnenswerten militärischen Aktion verbunden.

Im Dezember des Jahres 1856 verlieh Benito Juárez, Gouverneur von Oaxaca, Diaz seinen ersten militärischen Rang als Kapitän der Infanterie der Nationalgarde.

1858, während des Reformkriegs, nahm er an der Belagerung und Einnahme Oaxacas teil. Er diente als Kommandant der Festung Santa Caterina. Für seinen hartnäckigen Einsatz wurde er Militärkommandant und Gouverneur des Verwaltungsbezirks Tehuantepec und stieg außerdem zum Major der Infanterie auf. 1859 schickte Juárez ihm von Veracruz aus die Ernennung zum Oberstleutnant der Nationalgarde von Oaxaca als Dank für seine Siegesserie.

1860 stieg Diaz zum Oberst auf. Grund war sein Sieg bei Ixtepeji in der Sierra nördlich von Oaxaca. 1861 wurde er Brigadegeneral wegen seiner Militäraktionen in Jalatlacao im August. Danach führte er seine Feldzüge gegen die gut ausgebildeten Truppen der konservativen Generäle Leonardo Marquez und Tomas Mejia weiter.

Während der französischen Intervention nahm Díaz an der Schlacht bei Puebla teil (5. Mai 1862). 1863 wurde er von französischen Truppen gefangen genommen, konnte jedoch fliehen. Juárez bot ihm den Posten des Verteidigungsministers, den des Oberkommandierenden sowie den des Gouverneurs von Veracruz. Díaz lehnte alle Angebote ab, nahm die Ernennung zum Oberbefehlshaber aber Mitte 1863 an. Im selben Jahr wurde er Divisionsgeneral (entspricht etwa einem Generalleutnant).

1864 boten die Konservativen ihm an, sich der Sache des Kaisers zu verschreiben, aber Díaz lehnte ab. 1865 wurde er von kaiserlichen Truppen gefangen genommen, entkam aber erneut. 1866 wurde er zum General befördert.

<B> Quelle: </B> http://de.wikipedia.org/wiki/Porfirio_D%C3%ADaz http://de.wikipedia.org/wiki/Porfirio_D%C3%ADaz
<B> California - Kalifornien </B>
Nach den Landungen von Juan Rodríguez Cabrillo im Jahre 1542 und Sir Francis Drake 1579, die das Gebiet für Spanien bzw. England beanspruchten, verloren die europäischen Kolonialmächte das Gebiet Kaliforniens wieder weitestgehend aus den Augen. Für die Indianer bedeutete die Expedition Cabrillos jedoch möglicherweise einen schweren Einbruch der Bevölkerungszahl durch Pocken.

Weitere Entdecker, wie Pedro de Unamuno (1587), Sebastian Rodriquez Cermeno (1595) und Sebastian Vizcaino (1602-1603) erkundeten die Küste. Danach war Kalifornien als Oberkalifornien (Alta California) der Nordteil der spanischen Kolonie Kalifornien (die als Teil Neuspaniens verwaltet wurde), wurde aber erst viel später als der Südteil besiedelt. Erst ab dem Jahre 1769 wurden unter der Leitung des Paters Junipero Serra die ersten der 21 spanischen Missionsstationen von Franziskanermönchen erbaut, neben diesen errichtete man auch militärisch befestigte Punkte (Presidios). Vorher waren bereits Jesuiten mit der Missionierung beschäftigt, sie wurden jedoch 1767 vertrieben.

1812 wurde im heutigen Sonoma County im nördlichen Kalifornien mit Fort Ross ein russischer Stützpunkt als Fortsetzung und Abrundung der russischen Besitzungen in Alaska errichtet. Nach der mexikanischen Unabhängigkeit im Jahr 1821 wurde Kalifornien mexikanische Provinz. Die mexikanische Regierung kehrte wieder zum Missionssystem zurück, bis die demokratische Partei das Missionswesen am 17. März 1833 per Dekret vollständig auflöste. Zugleich wurde die Besiedelung durch eine massive Einwanderung gefördert. Die ersten Einwanderer wurden allerdings nach dem Regierungsantritt Santa Annas, der die Missionsstationen erhalten wollte, wieder vertrieben. Diese Ereignisse legten den Grundstein für die jahrzehntelange Feindseligkeit zwischen Kalifornien und der mexikanischen Regierung. 1836 brach ein Aufstand unter dem früheren Zollinspektor Alvaredo los, der von der ohnmächtigen Regierung Mexikos schließlich als Gouverneur von Kalifornien bestätigt werden musste. Inzwischen hatte Johann August Sutter nach seiner Ankunft im Jahre 1839 Dynamik in die Entwicklung des Landes gebracht. Zu diesem Zeitpunkt zählte das Land etwa 30.000 Indianer und 5.000 Europäer als Einwohner.

1842 setzte Santa Anna Gouverneur Alvaredo, der bei der Bevölkerung als Despot verhasst war, ab und machte General Michel Torena zum neuen Gouverneur, der allerdings bald ebenso unbeliebt war wie sein Vorgänger. Im Frühjahr 1846 rebellierten die Bewohner Ober-Kaliforniens und wählten Don José Castro, einen geborenen Kalifornier, zum Generalkommandanten. Sutter erhielt die Bewilligung, eine Niederlassung zu bauen, der er den Namen "Neu-Helvetien" gab. Schnell wurde daraus eine florierende Kolonie mit 20.000 Stück Vieh, drei Pferdemühlen, zwei Wassermühlen, einer Sägemühle, einer Gerberei und über 50 Häusern. Sutter herrschte wie ein kleiner "Kaiser" über sein "Imperium", das auf Landwirtschaft, Rinderzucht, Holzhandel und Jagd aufgebaut war. 1841 erwarb er Fort Ross von Russland. Er verlor seine Besitzungen wenige Jahre später im Zuge des Goldrausches.

1845 annektierten die USA Texas, was zu einem sehr gespannten Verhältnis mit Mexiko führte. Nach Ausbruch des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges erklärten amerikanische Siedler 1846 die Unabhängigkeit von Kalifornien ("Bear Flag Republic").

Im Jahr 1848 wurde die Abtretung Oberkaliforniens an die USA durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo (2. Februar 1848) festgeschrieben. Kurz darauf wurde ein Goldfund bekannt, und der Kalifornische Goldrausch begann. Sutter versuchte, den Fund geheim zu halten, doch die Nachricht verbreitete sich rasch. Goldsucher und Glücksritter kamen in großer Zahl nach Kalifornien, was dazu beitrug, dass die öffentliche Ordnung weitgehend zusammenbrach. Hunderttausende durchwühlten die Erde, das Tal des Sacramento Rivers war zum "goldenen" Westen geworden. Letztendlich erkannte die Regierung die unrechtmäßigen Zustände an, da so die USA zu einem wichtigen Goldexportland geworden waren. Die Indianer wurden vertrieben und fast völlig ausgerottet.

Am 9. September 1850 wurde Kalifornien schließlich als einunddreißigster Staat in die USA aufgenommen. Da in Kalifornien keine Sklaven gehalten wurden, hielt es während des Bürgerkriegs zur Union, spielte aber wegen der großen Entfernung zum Kriegsschauplatz praktisch keine Rolle. 1854 wurde Sacramento zur Hauptstadt von Kalifornien ernannt.

<B> Quelle: </B> http://de.wikipedia.org/wiki/Kalifornien http://de.wikipedia.org/wiki/Kalifornien
<B> Nevada-Territorium </B>
Ursprünglich ein Teil Mexikos, musste das Gebiet im <I> Vertrag von Guadalupe Hidalgo </I> an die USA abgetreten werden. 1850 wurde durch den Kongress das Utah-Territorium, [das damals heutige Gebiete von Utah, Colorado und Nevada umfasste,] errichtet. 1859 wurde die <I> Comstock Lode </I>, ein reichhaltiges Silber- und Goldvorkommen entdeckt und <I> Virginia City </I> gegründet. Mit dieser Entdeckung strömten immer mehr Menschen in die Region: Goldsucher, Prospektoren, Händler und andere, die ihr Glück suchten.
Am 2. März 1861 wurde Nevada vom Utah-Territorium abgetrennt und nahm den jetzigen Namen an. Am 31. Oktober 1864 trat Nevada schließlich als 36. Staat der USA bei.
Zu den wichtigsten Ureinwohnern Nevadas zählen die <I> Paiute </I> im Westen und Süden und die <I> Western Shoshone </I> im Norden und Osten des Bundesstaates. Trotz einer anfänglichen vertraglichen Respektierung territorialer indianischer Souveränität (z. B. im "Vertrag von Ruby Valley" von 1863 zwischen den USA und den Häuptlingen der Western Shoshone) hat der parallel stattfindende politische Aufbau Nevadas, seine Eingliederung in die Konföderation seit den 1860er Jahren und die massive Diskriminierung indianischer Rechte in Nevada immer wieder zu Spannungen und Konflikten zwischen US-Bundesbehörden und indianischen Ureinwohnern geführt.
<I> Virginia City </I> ist eine der der ältesten Siedlungsgründungen in Nevada und westlich des Mississippi. Seine Bedeutung und starkes Bevölkerungswachstum verdankt Virginia City der Comstock Goldader und späteren Silberfunden 1859 hier und in der Nähe von <I> Carson City </I>, der einen Goldrausch auch für Virginia City auslöste. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Bevölkerung am Höhepunkt der Goldgräberzeit auf nahezu 30.000 Einwohner. Abraham Lincoln erhob Nevada nicht zuletzt zum Bundesstaat, um die Erlöse aus den Gold- und Silberfunden Virginia Citys für den Bürgerkrieg nutzen zu können.
1863 soll <I> Samuel Clemens </I>, der hier kurz als Reporter arbeitete, zum ersten Mal sein Pseudonym als <I> Mark Twain </I> benutzt haben.
<B> Colorado-Territorium </B>
<B> Entdeckung und Eroberung </B>
Colorado wurde vermutlich Anfang des 17. Jahrhunderts von den Spaniern erstmals erkundet. Umstritten ist, ob der Spanier <I> Francisco Vásquez de Coronado </I> auf seiner Expedition von Mexiko ins heutige Kansas (1540-1542) bereits die östlichen Plains des heutigen Colorados streifte und somit erster Europäer auf dem Boden des heutigen Bundesstaates war. In diesem Zusammenhang wird auch <I> Juan de OĄate </I> genannt, der um das Jahr 1600 eine Expedition von Neumexiko nach Kansas anführte. Für das spanische Königreich beansprucht wurde der südöstliche Teil des heutigen Colorado jedoch erst im Jahr 1706 durch <I> Juan de Uribarri </I>. Der Gebietsanspruch kollidierte dabei mit den wirtschaftlichen Interessen der Franzosen, wenngleich diese primär die Kolonialisierung am Sankt-Lorenz-Strom (heute Kanada) vorantrieben.
Nach der Niederlage im Franzosen- und Indianerkrieg (1754-1760) gegen das Britische Empire musste Frankreich mit Ausnahme von New Orleans jedoch alle Gebiete westlich des Mississippi an Großbritannien abtreten, das seinerseits - als Ausgleich für die Eroberung Floridas - den Spaniern den zentralen Teil Nordamerikas (das später zum Louisiana-Territorium wurde) überließ. Dies sorgte für Spannungen zwischen Spanien und Frankreich, die erst am 1. Oktober 1800 unter dem Druck von Napoleon I. mit dem <I> Frieden von San Ildefonso </I> und der damit verbundenen Rückeroberung der zentralamerikanischen Gebiete durch Frankreich endeten. Schon wenig später, im Jahre 1803, fiel das Territorium durch den so genannten <I> Louisiana Purchase </I> (Louisiana-Erwerb) schließlich an die Vereinigten Staaten.
Während der westliche Teil des heutigen Colorados - die südlichen Rocky Mountains und Teile des Coloradoplateaus - weiterhin unumstrittenes Territorium der Spanier blieb (Neuspanien), begannen ab dem Jahr 1806 im Osten die ersten Erkundungen seitens der US-Amerikaner. Eine erste Entsendung amerikanischer Soldaten unter der Leitung von <I> Zebulon Pike </I> führte in der <I> Pike-Expedition </I> von Fort Bellefontaine (bei Saint Louis) an die östlichen Ausläufer der Rocky Mountains (Front Range), die bis Ende 1806 erreicht wurden. Die Erkundung konzentrierte sich dabei auf das Einzugsgebiet des Arkansas, der - wenngleich zwischen Frankreich und Spanien bis zum Louisiana Purchase niemals ein offizieller Grenzverlauf vereinbart wurde - von den US-Amerikanern als südliche Grenze zu Neuspanien angesehen wurde. Offiziell festgelegt wurde sie erst im Jahre 1819 im so genannten <I> Adams-Onís-Vertrag </I>, in dem neben dem Arkansas im Süden mit der Kontinentalen Wasserscheide auch die westliche Grenze vereinbart wurde. Daraufhin folgte im Jahr 1820 unter der Leitung von <I> Stephen H. Long </I> die zweite große Expedition, die sich auf den Flussverlauf des South Platte und die Region um das heutige Denver konzentrierte.
<B> Erste Besiedlung </B>
Obwohl nach Pikes und Longs ersten Erkundungen in den Folgejahren immer mehr Pelztierjäger ins heutige Colorado vorstießen, begann eine größere Ansiedlung erst ab den 1830er Jahren mit der Errichtung von Bent's Fort. Der 1833 am Arkansas (nahe dem heutigen La Junta) von William und Charles Bent erbaute Fort wurde am Santa Fe Trail schnell zu einem bedeutenden Handelsplatz zwischen weißer und indigener Bevölkerung. Im San Luis Valley zwischen dem San-Juan-Gebirge und der Sangre de Cristo Range ließen sich derweil neumexikanische Siedler nieder und lebten von der Landwirtschaft. Mit San Luis gründeten sie am 21. Juni 1851 die erste dauerhafte Siedlung im späteren Colorado.
Unterdessen begann ab 1850 die politische Gliederung des im <I> Louisiana Purchase </I> erworbenen Landes im Osten sowie die nach dem Krieg mit Mexiko (1846-1848) neu hinzugewonnenen Gebiete von den Rocky Mountains bis zur Pazifikküste. Das so genannte <I> Kansas-Nebraska-Gesetz </I> legte den Grenzverlauf zwischen den Territorien Nebraska und Kansas fest. Letzteres ging seinerzeit über die heutige Westgrenze hinaus und nahm den Großteil zwischen South Platte und Arkansas River gelegene Teil der High Plains bis zur Front Range ein. In den Bergen schloss sich das bereits 1850 gegründete Utah-Territorium an, während die restlichen Gebiete des heutigen Colorado Teile Nebraskas (Nordosten) und Neumexikos (Süden) waren. Das Colorado-Territorium entstand dagegen erst 1861 mit dem Goldrausch im Pikes Peak Country.
<B> Goldrausch und Silberboom </B>
Waren die Beziehungen zwischen Weißen und Indianern - nach anfänglichen Vorbehalten - in der Region der High Plains bis dato überwiegend freundlich, so änderte sich das ab den frühen 1850er Jahren, als Meldungen über Goldfunde in Kalifornien zu immer größer werdenden Siedlerströmen durch die Great Plains und die Rocky Mountains führten. Als im Juni 1858 auch am Zusammenfluss von South Platte und Cherry Creek (heute Denver) erstmals Gold gefunden wurde und Prospektoren am Fluss und in den umliegenden Bergen die ersten größeren Siedlungen gründeten, nahmen die Spannungen zwischen weißer und indigener Bevölkerung zu. In den Bergen wuchs die Anzahl der Minencamps stetig und die Region um Black Hawk, Central City, Nevadaville und Idaho Springs wurde um das Jahr 1860 zum Zentrum des coloradianischen Goldrauschs.
Das größte Wachstum der seinerzeit noch zu Kansas gehörenden Region verzeichnete jedoch das 1858 gegründete <I> Denver City </I>, das sich zwei Jahre später die Nachbarstadt <I> Auraria </I> einverleibte und nun rund 6.000 Einwohner zählte. Die rasch ansteigende Bevölkerungsanzahl trieb Pläne voran, um die Region ein eigenständiges Territorium zu gründen. Dies geschah schließlich am 28. Februar 1861, als US-Präsident <I> James Buchanan </I> im US-amerikanischen Kongress ein entsprechendes Gesetz unterschrieb und <I> William Gilpin </I> zum ersten Gouverneur ernannte. Das junge Colorado gliederte sich in 17 Bezirke und zählte bei seiner Gründung rund 25.000 Einwohner; Hauptstadt wurde zunächst Colorado City. Bedeutender blieb jedoch das erst 1865 in "<I> Denver </I>" umbenannte Denver City, wenngleich die Stadt nach einem Großbrand im Jahr 1863 wieder neuaufgebaut werden musste. In <I> Golden </I>, das Colorado City bereits 1862 als Hauptstadt des Territoriums ablöste, wurde Denver 1867 zur neuen Kapitale Colorados bestimmt. Obwohl - das stellte sich recht schnell heraus - der Cherry Creek nicht die erhoffte Goldader war, profitierte Denver vom Reichtum der nahegelegenen Städte in der Front Range. An den Ausläufern der Rocky Mountains festigte die Hauptstadt ihre zentrale Position mit dem konsequenten Ausbau des Schienennetzes Anfang der 1870er Jahre. <COLOR color="maroon Erste Meilensteine waren dabei die Anbindung an das Netz der <I> Kansas Pacific Railway </I>, die 1870 ihr Schienennetz von Kansas City nach Denver ausbaute, sowie der Bau der <I> Denver and Pacific Railroad </I>, die in Cheyenne (Wyoming) den Anschluss an die <I> Union Pacific Railroad </I> herstellte. Denvers Anbindung an das südwestliche Colorado folgte 1871 mit dem Bau der <I> Denver & Rio Grande Railway </I>. 1872 wurde durch die <I> Colorado Central Railroad </I> die in die benachbarten Goldgräberstädte Black Hawk und Central City führende Trasse fertiggestellt. </COLOR>
<COLOR color="maroon 1879 brach in Colorado der Silberboom aus und <I> Leadville </I> sowie <I> Aspen </I> wurden in dieser Zeit zu den bedeutendsten Bergbaustädten. Unterstützt wurde deren Entwicklung durch den weiteren Ausbau der Denver & Rio Grande Railway, die ihr Netz in den 1870er Jahren von Pueblo durch die Royal Gorge in Richtung Leadville fortsetzte und die Stadt 1881 schließlich erreichte. Das wirtschaftlich aufstrebende Colorado hatte zu diesem Zeitpunkt längst seine Eigenstaatlichkeit erreicht. Standen bei vielen zunächst noch Bedenken ob höherer Steuern und zu starker Einmischung seitens Washingtons dem Beitrittswunsch entgegen, schloss sich das Colorado-Territorium unter Beibehaltung seiner bisherigen Grenzen am 1. August 1876 als 38. Bundesstaat den Vereinigten Staaten an. </COLOR>
<B> Vertreibung der Indianer </B>
Die Gründung des Colorado-Territoriums im Jahr 1861 und die stark zunehmende Besiedlung am Cherry Creek war ein Affront gegen die Cheyenne und Arapaho, denen das Gebiet um das spätere Denver im Vertrag von Fort Laramie (1851) zugesprochen wurde. Ihre Umsiedlung in die Flusstäler des Arkansas löste bei den Ureinwohnern Gegenreaktionen aus, die von Postkutschenüberfällen bis hin zur Ermordung vereinzelter Siedler reichten. In einem bis zu diesem Zeitpunkt beispiellosen Vergeltungsangriff drangen Truppen der Dritten Colorado-Kavallerie unter Befehlshaber John Chivington am 29. November 1864 in ein unbefestigtes Indianerdorf ein und ermordeten 163 Männer, Frauen und Kinder. Das grausame Vorgehen des US-Militärs in jenem <I> Sand-Creek-Massaker </I> sensibilisierte die weiße Bevölkerung für die Interessen der Indianer kurzzeitig, stand aber auch einem friedlichen Miteinander entgegen. Die darauffolgenden kriegerischen Auseinandersetzungen dauerten rund fünf Jahre und endeten nach den Schlachten von Beecher Island (September 1868; nahe dem heutigen Wray) und Summit Springs (Juli 1869) mit der Kapitulation von Cheyenne und Arapaho, die mit einigen anderen Indianerstämmen unlängst eine Allianz gegen die Weißen gebildet hatten. Schon 1867 hatte eine großangelegte Umsiedlung der Indianer aus Colorados Plains in Reservationen in Oklahoma begonnen, die 1874 als weitestgehend abgeschlossen galt.
Die Ute-Indianer, in den Bergen lebend und der US-Regierung bis dato nicht grundsätzlich feindselig gegenüberstehend, sahen sich nach Gold- und Silberfunden ab den 1870er Jahren ebenfalls Repressionen ausgesetzt und wurden 1880 durch Friedensverträge in ein kleines Reservat der Mesa-Region, im Grenzbereich zu Neumexiko, geschickt.
<B> Politische Gliederung - Countys in Colorado </B>
Nach der Gründung des Colorado-Territoriums am 28. Februar 1861 beschlossen führende Vertreter der Legislative auf einer Versammlung am 9. September des gleichen Jahres die administrative Unterteilung Colorados in 17 Bezirke (Countys) sowie einem von diesen unabhängigem Indianerreservat für Cheyenne und Arapaho im Osten des Landes. Die Rocky Mountains wurden daraufhin von den benachbarten Bezirken <I> Summit </I> («Gipfel», 45.268 kmř) und <I> Lake </I> («See») dominiert, die jeweils etwa die Größe der Niederlande hatten und einen Großteil der in Colorado gelegenen Rocky Mountains und des Coloradoplateaus einnahmen. Sie existieren heute noch im zentralen Colorado, haben aber über 95 % ihres ursprünglich bis an die Utah-Grenze reichenden Territoriums verloren.
Im Osten, in der Hochebene der Plains, nahmen von Nord nach Süd die Bezirke <I> Weld </I>, <I> Arapahoe </I>, <I> Douglas </I> und <I> Huerfano </I> das Gebiet bis zur Grenze nach Kansas ein. Auch sie existieren noch heute namentlich, haben aber so viel ihres östlichen Territoriums verloren, dass sie inzwischen im zentralen Colorado liegen. Dort haben sich die Grenzen von <I> Gilpin </I> (benannt nach dem ersten Gouverneur Colorados), <I> Clear Creek </I>, <I> Park </I>, <I> Boulder </I> und <I> Jefferson </I> seit ihrer Gründung kaum verändert.<COLOR color="maroon Lediglich <I> Denver </I> (1902) und <I> Broomfield </I> (2001) erklärten sich hier noch zu unabhängigen Stadtbezirken (City & County). Broomfields Unabhängigkeit sorgte dabei für die erste Neugründung eines Countys seit 1913 und stellt nun den kleinsten Bezirk Colorados. Der Bundesstaat besteht heute aus 64 Countys. </COLOR>
Quelle: Wikipedia
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<B> New-Mexico-Territorium </B>
Das New-Mexico-Territorium wurde am 9. September 1850 unter Präsident <I> Millard Fillmore </I> als historisches Hoheitsgebiet der Vereinigten Staaten geschaffen.
Der westliche Teil von New Mexico entstand 1848 durch den <I> Vertrag von Guadalupe Hidalgo </I>, das als Teilungsrest dem östlichen New Mexico (von Rio Grande bis zur heutigen New-Mexico-Texas-Grenze) als Folge des Kompromiss von 1850 hinzugefügt wurde. Durch den Gadsden-Kauf (engl. <I> Gadsden Purchase </I>) von 1853 erwarben die USA von Mexiko ein Gebiet von 77.700 kmř südlich des Gila River, das heute den Süden von Arizona und New Mexico bildet, um sich eine bessere Route für eine Eisenbahnlinie nach Kalifornien, die allerdings niemals gebaut wurde, zu sichern. Dieses Gebiet wurde dem New-Mexico-Territorium hinzugefügt.
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<IMG src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b5/Gadsden_Purchase_Cities.png [img] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...Cities.png http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... Cities.png http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...NK_TEXT&gt; [/img] </IMG>
Gadsden-Kauf (gelb)
Das ursprüngliche New-Mexico-Territorium von 1850 enthielt den westlichen Teil des zukünftigen Staates sowie den größten Teil des zukünftigen Arizona (besser bekannt als <I> Santa Ana County </I>), einen kleinen Teil von Colorado und Nevada südlich von 36° 30' N.
Die Abtretung durch Texas und der Gadsden-Kauf erweiterten das Territorium außerordentlich, doch die Schaffung des Colorado-Territoriums am 28. Februar 1861 und des Arizona-Territoriums am 24. Februar 1863 (westlich des 109. Längengrads) ließen New Mexico in seinen gegenwärtigen Grenzen übrig.
<IMG src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ec/Wpdms_new_mexico_territory_1866.png [img] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...y_1866.png http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... y_1866.png http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...NK_TEXT&gt; [/img] </IMG>
Als Verbindungsweg nach Kalifornien waren New Mexico und Arizona während des amerikanischen Bürgerkriegs heiß umkämpft, weil die Gadsden-Siedler aus freien Stücken den konföderierten Staaten von Amerika beitraten. Nach der <I> Schlacht am Glorieta-Pass </I> fiel das Gebiet der Union zu.
Quelle: Wikipedia
<B> Utah-Territorium </B>
Das Utah-Territorium wurde am 9. September 1850 aus dem nordöstlichen Teil des im <I> Vertrag von Guadalupe Hidalgo<I> [i] 1848 von Mexiko an die USA abgetretenen Gebiets gebildet. Am gleichen Tag wurde der westlich gelegene Staat <I> [i] Kalifornien </I> in die Union aufgenommen und das südlich gelegene <I> New-Mexico-Territorium </I> gebildet. Vorausgegangen war der Kompromiss von 1850.
Im Jahr 1849 hatten mormonische Siedler im Salt Lake Valley in einer Petition an den Kongress erfolglos die Aufnahme des provisorischen Staates <I> Deseret </I>* mit Hauptstadt in Salt Lake City an die Union gefordert.
<IMG src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/53/Wpdms_deseret_utah_territory_legend.png [img] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...legend.png http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... legend.png http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...NK_TEXT&gt; [/img] </IMG>
Im <B> <I> Utah-Krieg </I> </B> 1857/58 wurde der Mormonenstaat zerschlagen.
Der 1856 gewählte Präsident der USA, <I> James Buchanan </I> wollte die Polygamie abschaffen. Auch erfuhr Buchanan von Gerüchten, dass die Mormonen sich von den USA abspalten und ihren eigenen, von den USA unabhängigen Staat gründen wollen. <I> Brigham Young </I> wurde als Diktator betrachtet, der durch die bedingungslose Hingabe seines Volkes unbegrenzte Machtfülle erworben habe.
Aus diesen beiden Gründen beschloss der Präsident der USA, den Präsidenten und Propheten der <I> Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage </I>, Brigham Young, als Gouverneur des Territoriums Utah abzusetzen und durch einen Nichtmormonen zu ersetzen. Die Wahl fiel auf <I> Alfred Cumming </I> aus Georgia. Der Präsident sandte eine Armee mit dem neuen Gouverneur nach Utah. Brigham Young wurde von diesem Vorhaben nicht offiziell in Kenntnis gesetzt.
<B> Reaktion der Mormonen </B>
Seit der Gründung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im Jahr 1830 wurden die Mitglieder der Kirche verfolgt und waren mehrfach aus ihren Häusern und von ihrem Besitz vertrieben worden. Um sich vor solchen Verfolgungen zu schützen, waren sie in die Rocky Mountains geflohen und hatten in rund zehn Jahren dort ein blühendes Gemeinwesen aufgebaut. Als zurückkehrende mormonische Missionare, die die Armee auf dem Weg nach Utah gesehen und von deren Absicht erfahren hatten, Brigham Young darüber berichteten, rief dieser seine Leute zum Widerstand auf und rief das Kriegsrecht aus. Er sagte, die Aktion des Präsidenten der USA sei ein Akt despotischer Willkür, der der Verfassung der Vereinigten Staaten widerspreche und daher bewaffneten Widerstand rechtfertige.
Siedlungen am Rande des Territoriums Deseret wurden aufgelöst und alle konzentrierten sich in den Rocky Mountains. Es wurde die Devise der "verbrannten Erde" ausgegeben, das heißt, Salt Lake City und die anderen Orte wurden darauf vorbereitet, völlig zerstört zu werden, um der anrückenden Armee weder Unterkunft noch Verpflegung zu bieten. Die Bevölkerung bereitete sich darauf vor, sich, ausgestattet mit Lebensmittelvorräten für drei Jahre, in den Bergen zu verstecken.
<B> Das Mountain-Meadows-Massaker </B>
Zu dieser Zeit befand sich ein Zug von Siedlern im Süden von Utah, er durchquerte das Land. Die Siedler stammten aus Arkansas, dem Bundesstaat, in dem im selben Jahr 1857 der Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage <I> Parley P. Pratt </I> ermordet worden war. Örtliche Führer der Mormonen im Gebiet von Cedar City, die zugleich politische Führer waren, überfielen zusammen mit in der Gegend ansässigen Indianern den Wagenzug und ermordeten alle Siedler bis auf 17 Kleinkinder, die sie in mormonischen Familien unterbrachten. Die genaue Zahl der Opfer, die dort auf den Bergwiesen (Mountain Meadows) am 11. September 1857 umkamen, ist nicht bekannt. Die Angaben bewegen sich zwischen 120 und 150 Personen.
In den folgenden Jahren hat die Führung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage immer wieder beteuert, das Massaker weder befohlen noch gebilligt zu haben. Bis heute werden eindeutige Beweise dafür gesucht, dass Brigham Young die Aktion befohlen habe. Verschiedene zu diesem Zweck herangezogene Schriftstücke lassen aber auch andere Interpretationen zu, die von Vertretern der Kirche Jesu Christi ins Feld geführt werden.
Militärische Aktionen im Krieg
Die Zugänge nach Salt Lake City wurden versperrt und mit Posten besetzt, mormonische Kundschafter verfolgten den Weg der Armee. Gemäß ihrem Auftrag behinderte die mormonische <I> Nauvoo-Legion </I> in Guerilla-Aktionen den Vormarsch der US-amerikanischen Armee, sobald sie in nähere Reichweite kam. Wiesen wurden abgebrannt, um die Zugtiere ohne Futter zu lassen, Proviantwagen samt Inhalt wurden verbrannt, die Tiere in die Flucht geschlagen. Die US-Armee und ihre Tiere litten deshalb Hunger, die ständigen Überfälle zehrten an den Nerven und der, in den Rocky Mountains mit Schneestürmen ziemlich gefährliche, Winter stand kurz bevor. So richtete sich die Armee zum Überwintern ein und beschloss, im Frühjahr anzugreifen.
Die diplomatische Lösung
Durch Vermittlung von Oberst <I> Thomas L. Kane </I>, der sowohl die Mormonen kannte als auch bei der Regierung einen guten Ruf hatte, konnte Brigham Young davon überzeugt werden, nachzugeben. So rückte im Frühjahr 1858 die Armee in die Nähe von Salt Lake City vor, verpflichtete sich aber außerhalb der Stadt zu bleiben. Brigham Young übergab seine Funktion als Gouverneur am 12. April 1858 an Alfred Cumming. Seit diesem Zeitpunkt sind in Utah die Führung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und weltliche Macht in getrennten Händen.
<B> Abtretungen </B>
1861 wurde aus dem westlichen Teil des Gebiets das neue <I> Nevada-Territorium </I> gebildet und im Osten Teile an das <I> Colorado-Territorium </I> und das <I> Nebraska-Territorium </I> abgetreten.
<IMG src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Wpdms_utah_territory_1861.png [img] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...y_1861.png http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... y_1861.png http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...NK_TEXT&gt; [/img] </IMG>

<B> *Deseret </B>
Das Wort <I> Deseret </I> stammt aus dem Buch Mormon, wo es als "Honigbiene" übersetzt wird.
Brigham Young, Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nannte das von ihm und seinen Anhängern besiedelte Land in den Rocky Mountains das <I> Territorium Deseret </I> (engl. "<I> Deseret Territory </I>"). Er wollte damit symbolisieren, dass das bisher öde Land blühen und fruchtbar sein werde, wenn die Bewohner fleißig wie Honigbienen arbeiteten. Als Brigham Young in Folge des Utah-Krieges als Gouverneur des Territoriums durch Alfred Cumming abgelöst wurde, wurde der Name abgeschafft, da er einerseits als zu spezifisch mormonisch empfunden wurde und auf der anderen Seite dem englischen Wort "desert" (Wüste) zu ähnlich ist. Das Territorium wurde danach nach dem dort ansässigen Indianerstamm der Ute "<I> Utah </I>" genannt, welcher Name auf den später aus dem Territorium hervorgegangenen Bundesstaat übertragen wurde.
An Deseret, die Honigbiene, erinnert der Bienenstock in Wappen und Flagge von Utah sowie Firmenbezeichnungen von meist mit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verbundenen Unternehmen.

<B> Quellen: </B>
http://de.wikipedia.org/wiki/Utah-Territorium http://de.wikipedia.org/wiki/Utah-Territorium
http://de.wikipedia.org/wiki/Utah-Krieg http://de.wikipedia.org/wiki/Utah-Krieg
http://de.wikipedia.org/wiki/Deseret http://de.wikipedia.org/wiki/Deseret </I></I>
Hola Oxi!

Ich will mich mal bei dir für die wahnsinnig ausführlichen Infos bedanken!
Das ist ja der Hammer, was du dir für eine Mühe gemacht hast! Sehr interessant, das alles! :geil:
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